Otto Piene

Otto Piene wurde 1928 in Bad Laasphe geboren und wuchs in Dortmund auf. Von 1949 bis 1953 studierte er Malerei und Kunsterziehung an den Akademien für Kunst in München und Düsseldorf und war in Düsseldorf Dozent an der Modeschule. Von 1952 bis 1957 belegte er an der Universität zu Köln den Studiengang Philosophie und schloss mit dem Staatsexamen ab.

Im April 1957 gründete Piene gemeinsam mit Heinz Mack in Düsseldorf die später international einflussreiche deutsche Künstlergruppe ZERO ("Null"), der sich im Jahr 1961 auch Günther Ücker anschloss und später Hermann Goepfert. Die bei der Gründung der Gruppe „ZERO“ vorherrschende Idee war ein von der Ebene „Null“ ausgehender kompletter Neubeginn in der Malerei und die Einbeziehung von Licht (und Schatten) in das künstlerische Schaffen, sowie – für Piene – auch von Feuer. Ihre Anschauung verbreiteten Mack und Piene bis 1961 in der Zeitschrift „ZERO“. Ihre Gruppe bestand neun Jahre,bevor sie sich 1966 auflöste. 1964 übernahm Piene an der University of Pennsylvania eine Gastprofessur. Von 1968 bis 1971 war er Fellow des 1967 von Gyorgy Kepes gegründeten Center for Advanced Visual Studies (CAVS). 1972 wurde erProfessor of Visual Design for Environmental Art (Professor der Umweltkunst) am Institute of Technology, das ihn 1974 zum Direktor des CAVS berief.

Piene lebt und arbeitet heute in Groton/Massachusetts und Düsseldorf. Zwischen 1959 und 1977 nahm er drei Mal an der „documenta“ in Kassel teil. 1994 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der University of Maryland und 1996 der „Sculpture Prize“ der American Academy of Arts and Letters verliehen. Seit 1959 entwarf Piene unter Bezugnahme auf elementare Naturenergien Lichtballette und Rauchbilder. Die Praxis der Rauchbilder führt er bis heute fort. Spuren von Feuer und Rauch sind wichtige Elemente dieser Werke. Er experimentierte in dieser Zeit außerdem mit Multimedia-Kombinationen Aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit Licht und Bewegung ist Piene besonders für Luft- und Lichtskulpturen bekannt, wie zum Beispiel für die Olympischen Spiele 1972 in München. 2003 wurde er mit der Jean Miró Medaille der UNESCO Und mit dem renommierten Leonardo da Vinci Weltkunstpreis geehrt.